Einrichten einer virtuellen Linux Maschine für Raspberry PI oder BeagleBone

Eigentlich reicht Windows oder Mac OS X für die meisten Belange des Raspberry PI und des BeagleBone aus. Es existieren Cross Compiler, der Zugriff über SSH funktioniert und so weiter, aber für einige Dinge benötigt man doch eine Linux Umgebung, bzw. ist die Aufgabe innerhalb einer Linux Umgebung einfacher zu bewerkstelligen.

Ich verwende sowohl auf dem Raspberry PI als auch dem BeagleBone Debian Wheery. Daher ist es natürlich auch die Distribution die in meiner virtuellen Maschine zum Einsatz kommt. Welche Distribution letztlich verwendet wird ist eigentlich egal. Man könnte auch Ubuntu, openSuse und was es da sonst noch so gibt wählen.

Installieren der virtuellen Maschine

Zunächst benötigt man eine Software die innerhalb des Betriebssystems eine virtuellen Computer erzeugt, eine sogenannte virtuelle Maschine. Neben den kommerziell erhältlichen Produkten, wie VMware, Parallels etc. existiert auch eine kostenlose Lösung mit dem Namen VirtualBox, die für alle gängigen Betriebssystem verfügbar ist. Im nachfolgenden Tutorial wird als Betriebsystem (Gastsystem) Mac OS X verwendet. Die Installation und Konfiguration ist unter Windows identisch.

Die aktuelle Version von VirtualBox kann unter https://www.virtualbox.org/wiki/Downloads geladen werden. Nach dem Download entpacken und wie gewohnt installieren.

VirtualBox01

Ist VirtualBox installiert, sollte auch das VirtualBox Extension Pack, von der gleichen Seite, geladen werden. Im Explorer  (Windows) bzw. Finder (OS X) das „Oracle_VM_VirtualBox_Extension_Pack“ mit einem Doppelklick ausführen. Die Lizenz nach unten scrollen und mit „zustimmen“ bestätigen.

Die Installation ist abgeschlossen und es kann mit der Installation von Linux begonnen werden.

Linux als Gastsystem installieren

Für die Installation reicht das Debian „Kleine CD“ Image aus, es enthält nur das nackte Betriebssystem. Den grafischen Desktop und die benötigten Programme werden im weiteren Verlauf nachinstalliert.

Vor der Installation von Debian muss die virtuelle Maschine (VM) erzeugt werden. VirtualBox öffnen und auf Neu klicken, danach einen beliebigen Namen eingeben (z.B. arm-ct). Als Typ „Linux“ und als Version „Debian“ wählen, mit weiter zum nächsten Dialog.

VirtualBox02

Die Größe des Arbeitsspeichers sollte mindestens 2GB betragen. Mehr als 4GB machen keinen Sinn, da ein 32Bit System nicht mehr als 4GB ansprechen kann.

VirtualBox03

Im Nächsten schritt wird nun die virtuelle Festplatte erzeugt.VirtualBox04

Als Dateityp der Festplatte den Typ „VirtualBox Disk Image (VDI)“ wählen.

VirtuelBox05

Die Art des Speicherung „dynamisch alloziert“ festlegen.

VirtualBox06

Zum Schluss noch die Größe für die Platte festlegen. Eine Größe von 20GB sollten ausreichen. Je nach Verfügbarer Plattengröße kann auch mehr verwendet werden.

Bildschirmfoto 2013-08-24 um 22.00.25

Die Grundeinstellungen sind nun festgelegt, es fehlen noch einige spezielle Einstellungen. Hierzu den Eintrag „arm-ct“ anwählen und auf das Icon Ändern drücken:

  •  Allgemein:
    • Erweitert:
      • Gemeinsame Zwischenablage: Bidirektional
  • System:
    • Hauptplatine:
      • Boot-Reihenfolge: Die Diskette deaktivieren
  • Anzeige:
    • Grafikspeicher: Dieser kann vollständig zugewiesen werden.
    • Erweitert: 3D-Beschleunigung aktivieren
  • Massenspeicher:
  • Hier muss nun das oben geladene Debian Image eingebunden werden.
    • Im linken Fenster unter „Controller: IDE“ den Eintrag „leer“ mit dem  CD-Icon wählen.
    • Unter Attribute, auf der rechten Seite, auf das „CD-Icon“ klicken und im Menü den Eintrag „Datei für virtuelles CD/DVD-ROM-Medium auswählen…“ aktivieren.
    • Im Datei-Dialog zum Ort navigieren, in dem das Debian ISO image gespeichert wurde (vermutlich im Ordner Downloads) und diesen öffnen.

VirtualBox08

  • Netzwerk
    • Den primär genutzten Adapter wählen und „Angeschlossen an: Netzwerkbrücke“ wählen. So wird der VM eine IP-Adresse zugewiesen, die innerhalb des Subnet des lokalen Netzwerkes ist.

Alle weiteren Einstellungen sind erst einmal nebensächlich und können später noch noch geändert werden. Es kann mit der Installation von Debian  begonnen werden.

Debian Installieren

Zunächst startet man die virtuelle Maschine  „arm-ct“, entweder per Doppelklick auf den Menüeintrag oder per Icon Start. Den Punkt „Install“ wählen und mit der Eingabetaste starten.

debian01

Die Sprache, den Standort und das Tastaturlayout mit den Pfeiltasten auswählen und mit der Eingabetaste bestätigen:

debian02 debian03 debian04

Danach folgen noch die Netzwerkeinstellungen, der Namen des virtuellen Rechners (z.B. arm-ct) und der Domian-Name:

debian05 debian06

Passwort für den Administrator (root) festlegen und dieses nochmals bestätigen:

debian07 debian08

 

Den Standardbenutzer erstellen:

debian09 debian10 debian11 debian12

Die virtuellen Festplatten partitionieren. Bei einem realen System würden an dieser Stelle mehrere Partitionen, oder besser mehrere Festplatten, verwendet. Bei einer virtuellen Maschine reicht eine Partition für alles aus:

 debian13 debian14 debian15 debian16 debian17

Konfigurieren des Paketmanagers und dessen Standort. Befindet man sich nicht direkt im Netzwerk einer der angegebenen Universitäten, ist die Wahl des Spiegelservers eigentlich egal. Und ob man an der Paketverwendungserfassung muss jeder für sich entscheiden:

debian18 debian19 debian20 debian21

Bei der Auswahl der Software sollten nur die „Standart-Systemwerkzeuge“ installiert werden. Die grafische Desktop Umgebung beinhaltet nämlich nicht nur Gnome sondern auch alle gängigen Office-, Bildbearbeitungs- und sonstige Programme, die nicht benötigt, bzw. schon auf dem Gastsystem vorhanden sind. Wer einen die VM auf einem Laptop betreibt, kann noch „Laptop“ aktivieren. Der SSH-Server sollte zusätzlich gewählt werden:

debian22

Nachdem alle Pakete geladen wurden, den GRUB-Bootloader in den Master Boot Record der virtuellen Festplatte schreiben.

debian23

Die Installation wird abgeschlossen und die CD soll entfernen werden. Da das virtuelles CD-Laufwerk aber über keinen Auswurfknopf verfügt ignorieren wir dies und drücken einfach weiter.

Das System wird nun neu gestartet und es kann mit der weiteren Konfiguration fortgefahren werden.

Debian konfigurieren

Zunächst loggen wir uns mal als Administrator (root) in das System ein und stellen sicher, dass die Paketdatenbank und alle Pakete auf dem neuesten stand sind.

In der Regel sollte nicht gefunden werden. Um den weiteren Konfiguration- und Installationsverlauf zu vereinfachen, das Packet „sudo“ installieren:

Benutzer anpassen

Der angelegte Benutzer, ich nenne ihn im weiteren verlauf me, ist Mittglied in den folgenden Gruppen:

  • me
  • cdrom
  • floppy
  • audio
  • dip
  • video
  • plugdev

Für ein effektives Arbeiten füge ich den Benutzer noch einigen weiteren Gruppen hinzu:

  • Rechte zum lesen von Log-Dateien:
  • Globale Benutzergruppe:
  • Zugriff auf die serielle Schnittstelle, dies wird benötigt um per Terminalemulation beispielsweise auf ein BeagleBone zuzugreifen.
  • Ausführen als Super User (sudo):

In der Regel existiert innerhalb eine VM nur ein Benutzer. Sollen dennoch mehrere Benutzer-Accounts auf der VM zum Einsatz kommen, empfiehlt es sich noch die Datei „/etc/adduser.conf“ anzupassen. Dort die Raute (#) vor der Zeile 77 und 81 entfernen, und zur Zeile 77 noch adm hinzufügen. Die Gruppe sudo sollte immer individuell gesetzt werden, da ansonsten jeder Benutzer root-Rechte erhält. Ein neuer Benutzer muss dann mit dem Befehl adduser BENUTZERNAME angelegt werden.

Fehlen noch ein Paar Verzeichnisse für den Standardbenutzer, die wie folgt erstellt werden können:

Sollen später weitere Benutzer hinzugefügt werden, können die Verzeichnisse automatisch erstellt werden, in dem man sie im Verzeichnis /etc/skel/ erzeugt.

Grafische Desktop Umgebung installieren

Im nächsten Schritt wird die grafische Desktop Umgebung installieren. Genauer GNOME Desktop Environment und dessen Essential Components. Hierbei handelt es sich zwar auch nicht nur um Gnome, aber anders als bei der grafische Desktop Umgebung, die während der Installation vorgeschlagen wurde, benötigt man die meisten Programme aus diesem Paket. Für die Installation, den folgenden Befehl eingeben:

Es werden eine ganze Reihe an abhängigen Paketen angezeigt, mit der Eingabetaste die Installation bestätigen. Dies wird, je nach Netzwerkgeschwindigkeit, eine ganze Weile dauern. Das Fenster wird unter Umständen schwarz. Keine Angst es ist nicht abgestürzt, es handelt sich lediglich um den Bildschirmschoner, der durch einen beliebigen Tastendruck beendet werden kann.

Ist die Installation beendet muss die VM neu gestartet werden:

Nach dem Neustart erscheint der grafische Anmeldebildschirm und man kann sich mit dem zuvor erstellten Benutzerkonto anmelden.

Sollte Gnome abstürzen, liegt das daran, dass Debian bei der Installation festgestellt, dass es in einer VM vom Typ VirtualBox installiert wurde und die Gasterweiterungen mit installierte. Leider handelt es sich hierbei um eine veraltetet Version.

gnome00

Also erst einmal den Button „Benutzer abmelden“ drücken. Im Anmeldebildschirm auf „Andere“ klicken. Das Drop-Down-Menü „Gnome“, links neben dem Button „Abbrechen“, auf „Gnome Classic“ stellen. Danach den Benutzernamen eingeben, mit der Eingabetaste bestätigen, das Passwort eingeben und auf den Button Anmelden drücken. Gnome wird nun in der Version 2 gestartet.

Die richtigen VirtualBox Guest Additions installieren

Bevor nun die aktuellen Gast Erweiterungen von VirtualBox installiert werden können, müssen die vorhandenen deinstalliert werden. Aber vor diesem Schritt werden noch die aktuellen Kernel Sources, sowie das Paket Build-Essential benötigt.

Zur Installation öffnet man erst einmal ein Terminal. Links oben in der Ecke, auf das Menü Anwendungen klicken, das Untermenü Zubehör öffnen und auf den Eintrag Terminal klicken. Danach in das Terminal den Folgenden Befehl eingeben:

Das Passwort für sudo ist das Passwort des Benutzers, nicht das von root. Im übrigen funktioniert die bidirektionale Zwischenablage auch im Terminal.

Nach dem die Kernel Sources und das Paket Build-Essential installiert wurden, können die alten Gasterweiterungen entfernt werden:

Warten bis alles entfernt wurde. Danach im VirtualBox Menü Device/Gerät wählen und Install Guest Additions drücken. In Gnome öffnet sich ein Autostart Dialog, der Autostart funktioniert jedoch nicht. In das Terminal wechseln und die folgenden Befehle absetzen:

Die nachfolgende Meldung mit „yes“ bestätigen. Die Kernel-Module neu kompiliert, was wiederum einige Zeit dauern kann.

Damit die Änderungen wirksam werden, muss das System neu gestartet werden. Den Dialog zum herunterfahren und Neustarten ist rechts oben unter dem Benutzernamen.

Nach dem das System neugestartet ist, kann im Anmeldebildschirm wieder von „Gnome Classic“ auf „Gnome“ gewechselt werden um Gnome 3 zu laden. Die VM hat allerdings eine höhere Performance unter Gnome Classic, was insbesondere bei etwas langsameren Rechnern von Vorteil ist.

Kleinere Fehler ausbügeln

Wer die Log Meldungen beim Systemstart verfolgt hat, dem sind unter Umständen zwei Fehlermeldungen aufgefallen. Diese sind nicht weiter schlimm, kann man sie jedoch lösen, so sollte man dies auch tun.

Der erste Fehler lautet, „piix4_smbus 0000.00.07.0: SMBus base address uninitialized – upgrade bios or use force_addr=0xaddr“. Nun können wir das BIOS zwar nicht Update, aber zumindest das Laden des Kernel Moduls verhindern, welches den Fehler verursacht. Genauer handelt es sich um das Modul „i2c_piix4“. Dies wird ohnehin nicht benötigt, da unsere VM keine I2C Bus Geräte besitzt. Zuerst muss eine backlist.conf Datei erzeugt werden:

In die Datei dann den folgenden Eintrage einfügen:

Der zweite Fehler lautet, „Error: Driver ‘pcspkr’ is already registered, aborting…“. Anscheinet wurde das Modul bereits registriert. Aber eigentlich ist es auch nicht wichtig, denn bei diesem Modul handelt es sich um „PC Speaker beeper driver“, den wohl keiner mehr benötigt. Man kann also mit einem weiteren Eintrag in die backlist.conf auch diesen deaktivieren.

Nach einem Neustart müssten nun alle Fehlermeldungen verschwunden sein.

Installation weiterer Software

Da diese virtuelle Maschine prinzipiell als Cross Compilling Werkzeug für ARM Linux dienen soll, wie zum Beispiel dem Raspberry PI, dem BeagleBone aber auch für LPC Serie, müssen nun erst einmal einige Tools Installiert werden. Im einzelnen sind dies:

  • build-essential
  • libncurses5-dev
  • mtd-utils
  • cramfsprogs

Text und Hex-Editor

Es sind zwar schon die Editoren Nano und VI installiert, jedoch handelt es sich bei diesen um Konsolen Werkzeuge. Wenn schon ein grafischer Desktop vorhanden ist, kann auch ein grafischer Editor verwendet werden. Der Standart Editor unter Gnome nennt sich Gedit und ist vom Funktionsumfang ähnlich wie Notepad++ (Windows) oder TextMate (Mac OS X). Da es ein reiner Text-Editor ist sollte für die Ansicht von Binär-Dateien noch GHex installiert werden.

Grafischer Archivmanager

Zwar lassen sich zip, tar.gz, tar.bz2 usw. schnell über die Konsole extrahieren und packen, jedoch ist man schon so daran gewöhnet, dass eine grafische Lösung aus Nautilus heraus nicht fehlen darf:

Terminal Emulation

Die unter Linux laufenden ARM Mikrocontroller Boards haben in der Regel keine Moglichkeit der grafische Ausgabe bzw. zeichenorientierte Eingabe. Zwar kann diese bei vielen nachgerüstet werden, der Betrieb muss aber auch ohne gewährleistet sein. Daher läuft diese Ein- und Ausgabe nicht einfach ins leere, sondern sie steht an der UART Schnittstelle, meist UART0, bereit. Auf diese Ein-Ausgabe kann mit einem Terminal Emulation Programm zugegriffen werden. Es gibt eine ganze Reihe solcher Programme, die beste Erfahrung habe ich bislang mir Minicom gemacht:

Minicom greift in den Standardeinstellungen auf den ersten COM Port zu, also /dev/ttyS0, die wenigsten werden jedoch noch eine physikalische serielle Schnittstelle an ihrem Rechner besitzen. Was nicht weiter schlimm ist, da auch die modernen ARM Boards diese gar nicht anbieten.

Der BeaglBone legt den UART, über ein integrierten FTDI (BB Black verwendet einen anderen Chip) , direkt auf den mini USB. Beim Raspberry PI liegt der UART0 auf dem Port P1, den Pins 8 und 10. Mit einem FTDI USB zu Seriell Kabel kann man diesen dann anschließen und mit dem Rechner verbinden. Bei den meisten LPC Boards ist ebenfalls ein FTDI, zumindest auf dem Basisboard, integriert. So dass ein virtueller COM Port an dem angeschlossenen Rechner entsteht.

Gibt man nun dieses USB Gerät vom Host System, über das VirtualBox Menü, „Devices“ → „USB Devices“ → „FTDI …“ wird ein neues Gerät mit einem Namen wie beispielsweise „/dev/ttyUSB0“ im Gast System verfügbar.

Zunächst muss Minicom aber konfiguriert werden. Minicom aus einem Terminal wie folgt starten:

Es wird eine rudimentäre Eingabemaske angezeigt:

Mit den Pfeiltasten lässt innerhalb dieser Maske navigieren. Zum Eintrag „Einstellungen zum seriellen Anschluss“ gehen und Enter drücken. Nun die Taste „a“ drücken und den „Seriellen Anschluss“ in „/dev/ttyUSB0“ umbenennen, danach wieder Enter drücken. Anschließend die Taste „f“ drücken, um „Hardware Flow Control“ von „Ja“ auf „Nein“ zu stellen.

Mit der Eingabetaste wieder zurück zur ursprünglichen Eingabemaske wechseln und zum Punkt „Speichern als »dfl«“ navigieren. Mit Enter die Konfiguration speichern. Mit „Verlassen“ die Konfiguration beenden.

Vorausgesetzt man hat nun einen Controller angeschlossen, muss nun einfach minicom  in das Terminal eingegeben werden.

Der Vorteil einer Terminal Emulation, gegenüber einer Telnet oder SSH Verbindung besteht darin, dass alle Fehlermeldungen auf dieser Ausgabe ausgegeben werden. Auch der Boot Prozess kann so überwacht werden und bei einem Neustart geht die Verbindung, in der Regel, nicht verloren.

NFS-Server

Nicht unbedingt notwendig, aber doch oft sehr hilfreich, ist ein Network File System (NFS). Dies ist ein Dienst, der den Zugriff auf festgelegte Verzeichnisse über das Netzwerk ermöglicht. Anders als bei FTP werden hier die Dateien nicht vom einen auf das andere System kopiert, sondern der Zugriff erfolgt direkt auf dem entfernten System. Um den Rahmen nicht zu sprengen, erläutere ich hier nur eine allgemeine Freigabe, mit Lese- und Schreibrechten für alle.

Die Installation wie folgt durchführen:

Danach erzeugen man ein Verzeichnis für das zu exportierende Dateisystem und gibt dieses für alle frei:

Anschließend die Konfigurationsdatei öffnen:

Und den folgenden Eintrag am Ende der Datei einfügen:


Die ersten drei Blöcke der Adresse müssen hierbei mit dem Adressbereich des lokalen Netzwerkes übereinstimmen.

Damit die Änderungen übernommen werden, die Freigaben exportiert und der NFS-Kernel-Server neu starten:

Versionsverwaltung

Egal ob man seine selbstentwickelten Programme in einer eigenen Versionsverwaltung speichert (was ich nur empfehlen kann), oder auf Open Source Komponenten aus dem Netz zurückgreifen möchte. Ohne Subversion und GIT funktioniert das nicht. Als grafische Schnittstelle empfehle ich auch gleich noch RabbitVCS, eine Gnome Clone von Tortoise SVN, mit zu installieren.

Danach kann man bequem aus Nautilus heraus, über das Kontextmenü, Repositories anlegen, auschecken, vergleichen, aktualisieren etc..

Tools zur Dokumentation

Um eine Richtige Dokumentation kommt man irgend wann nicht mehr herum. Aber was nutzt ein sauber dokumentierter Quelltext, der sich auf zig Dateien verteilt. Hierfür gibt es ein sehr einfaches und mächtiges Tool namens Doxygen. Es setzt zwar ein speziellen Dokumentationssyntax voraus, der jedoch einfach zu erlernen ist. Am Ende erhält man ein einfach zu lesendes Dokument, wahlweise in HTML oder LaTex. Kombiniert man Doxygen noch mit den Tools Graphviz und Mscgen kann das Ganze noch grafisch Aufgewertet werden.

Entwicklungsumgebung Eclipse IDE

Eclipse ist vermutlich die am häufigste verwendete Entwicklungsumgebung und das auch völlig zu recht. Denn sie ist auch den meisten Kommerziellen in Sachen Bedienung und Leistungsumfang überlegen. Eclipse ist zwar in den Paketquellen von Debian enthalten, jedoch handelt es sich hier nicht um die aktuelle Version. Daher führe ich hier eine manuelle Installation durch.

Zunächst muss die Version „Eclipse IDE for C/C++ Developers“ von http://www.eclipse.org/downloads/ geladen werden. Anschließend das Archiv in das Verzeichnis „opt“ entpacken:

Das Verzeichnis „opt“ ist für sämtliche zusätzlich installierte Software vorgesehen, die nicht Bestandteil der Paketquellen sind.

Damit Eclipse nun auch im Gnome Menü auftaucht muss noch eine Datei erstellt werden:

Deren Inhalt wie folgt lautet:


Um Eclipse ausführen zu können wird noch eine Java Laufzeitumgebung (JRE) benötigt. Zwar stellt Debian mit openJava eine Laufzeitumgebung zur Verfügung, Eclipse.org empfiehlt aber Oracle Java, welches nicht in der Paketdatenbank enthalten ist und somit manuell installiert werden muss.

Java Runtime Umgebung für Eclipse einrichten

Zunächst bei Oracle die aktuelle Version herunterladen (Linux x86 mit der Endung tar.gz). Im Verzeichnis „opt“  ein Unterordner mit dem Namen Oracle_Java erzeugen:

Und anschließend das Archiv in dieses Verzeichnis entpacken:

Das alternative System einrichten:


Eclipse kann nun gestartet und verwendet werden werden.

Eclipse PlugIns

Eclipse bietet die Möglichkeit weitere Funktionen über PlugIns zu integrieren.

Eclipse PlugIn für SubVersion

Innerhalb von Eclipse kann man, über den Projektexplorer, direkt auf die Werkzeuge zur Versionskontrolle Zugreifen. Es wird hierfür lediglich das PlugIn „Subversive“  benötigt. Installiert werden kann dies über das Menü Help und Install New Software. Im Dropdown-Menü Work with wählt man „Kepler“ aus und gibt in das Suchfeld „subversive“ ein. In der Auswahl setzt man einen Haken bei „Subversive SVN Team Provider“ und optional auch bei „Subversive Revision Graph“. Danach drückt man die Schaltfläche „Next“.

Es wird nochmals die Installationsübersicht angezeigt die wiederum mit „Next“ bestätigt werden muss. Danach muss die Lizenz akzeptiert werden und mit „Finish“  die Installation starten. Nach der Installation wird Eclipse neu gestartet.

Beim ersten Zugriff auf SVN muss noch der „SVN connector“ festgelegt werden. Subversion ist in der Version 1.7.x auf dem System installiert. Daher den „SVN Kit 1.7.9″auswählen und mit „Finish“ bestätigt. Da einige Komponenten noch nicht vorhanden sind, werden diese installiert und Eclipse nochmals neugestartet.

Eclipse PlugIn für Doxigen

Auch für Doxigen gibt es ein Plugin, so dass die Dokumentation direkt aus Eclipse erstellt werden kann. Leider ist dieses Plugin nicht in den offiziellen Eclipse Paketquellen verfügbar. Die alternative Quelle muss erst hinzugefügt werden.

Das Menü Help und Install New Software wählen und auf Add drücken. In dem Dialog Add Repository folgendes eintragen:

Mit „OK“ übernehmen. Im dem Auswahlfenster den Haupteintrag „eclox“ öffnen und den Untereintrag „Eclox“ anwählen.

Installation der ARM Toolchain

Debian bietet keinen Toolchain für ARM-HF innerhalb der Paketdatenbank an, daher müssen andere Quellen verwendet werden. Da unter umständen verschiedene Versionen zum Einsatz kommen, sollte alles innerhalb eines Unterverzeichnis gespeichert werden:

Toolchain für BeagleBone und BeagleBone Black

Für beide BeagleBones haben sich die Toolchains von Linaro bewehrt. Unter https://launchpad.net/linaro-toolchain-binaries/ ist die jeweils aktuelle Version zu finden. In diesem Tutorial ist es die Version 4.8 Build 2013.08:

Nach dem laden müssen diese einfach in das Verzeichnis „/opt/toolchain“ entpackt werden:

Toolchain für Raspberry PI

Die mit der Linaro Toolchain erzeugen Executables erzeugen auf dem Raspberry PI einen „Segemtation Fault“, sind also für den PI nicht brauchbar. Eine lauffähige Toolchain ist in den Raspberry PI Tools enthalten. Nach dem Download das ZIP-Archiv entpacken:

In den Tools ist sehr viel mehr enthalten, was in 99% der Fälle nicht benötigt wird. Daher werden nur die Hard Float Toolchain kopiert.

Der Rest kann dann auch wieder gelöscht werden.

Abschließen

Nach dem nun alles installiert und konfiguriert ist, empfiehlt es sich eine Sicherheitskopie der VM zu erstellen. Die Momentane Größe sollte unter 10GB liegen, komprimiert weniger als 5GB. Es ist auch möglich die erzeugte VM einfach auf einen anderen Computer zu kopieren und dort auszuführen. Dieser muss nicht einmal das gleiche Betriebsystem besitzen. Lediglich die Version von VirtualBox sollte identisch sein.

Comments

  • Vielen Dank für den interessanten Blog-Eintrag. Kann es sein, die Zeilen mit:

    root@arm-ct:~# adduser anwender <Gruppe>

    durch folgende erstetzt werden müssen:

    root@arm-ct:~# addgroup me <Gruppe>

    ?

    Freundliche Grüße

    Jorge Nieto13. Februar 2014
  • Eigentlich nicht, da beide Varianten funktionieren.

    Knut13. Februar 2014
  • Danke für die schnelle Antwort. Ich hatte die Fehlermeldung bekommen: „anwender“ existiert nicht, wahrscheinlich war es „me“ gemeint.

     

    Jorge Nieto14. Februar 2014
  • Hallo,

    erstmal vielen Dank für die super Anleitung. Bei mir kommt bei der Installation von Gnome immer die

    Fehlermeldung „Paket nicht gefunden“. Idee ???

    Grüße

    Ben

    ben13. September 2014
  • Hallo Ben,
    ich bräuchte etwas mehr Info…
    Bekommst du die Meldung nach dem Befehl „apt-get install gnome-core“?

    Knut14. September 2014
  • Hallo,

    leider geht der Link …Debian „Kleine CD“ nicht mehr.

    Auf der debian.org seit habe ich verschiedene Images „Kleine CDs“ gefunden,

    aber welches nehme ich jetzt? (armhf?)

    Grüße

    Jan

    Jan8. November 2014
  • Der Link wurde aktualisiert.
    Generell ist aber die Host Architektur, also i386, auszuwählen.
    Das Image ist immer in http://cdimage.debian.org/debian-cd/current/i386/iso-cd/ zu finden. Leider ändert sich hier die Versionsnummer, womit der link dann nicht mehr aktuell ist.

    Knut8. November 2014
  • Super. Danke, dass ging ja schnell.

    Dann mach ich jetzt mal weiter.

    Jan8. November 2014
  • Danke auch von mir für die step-by-step Anleitung, für einen absoluten Noob hat das alles erstaunlich gut geklappt… Nur das beschriebene Problem mit den Virtualbox Erweiterungen hatte ich nach Gnome-Install nicht. Zudem hatte ich Anfangs eine Fehlermeldung, weil ich Virtualbox nicht Grundsätzlich als Admin gestartet habe. Weiterhin war der Software-Install innerhalb nun Luna Anfangs nicht möglich, bei Luna muss dazu in den Preferences->General->Network der Active Provider auf „Direct“ nicht „Native“ gestellt werden.
    Probleme hatte ich auch einen Connector für SVN zu finden, da die aktuelle Subversive-Version 2.xx lautete, und das SVNKit nur für SVNs mit Version 1.7x oder 1.8x verfügbar war. Ob SVN nun funktioniert habe ich noch nicht getestet.

    Zu guter letzt: im letzten terminal befehl ist ein Schreibfehler: „tools-master/arm-bmc2708/arm-bmc2708hardfp-linux-gnueabi /opt/toolchain/“ … statt bmc sollte es wohl bcm heißen.

    Ich wäre sowas von aufgeschmissen ohne so ein Kochrezept das jede Zeile erklärt, die ich eintippen muss, um genau das gesuchte zu erhalten (eine raspi dev umgebung).

    Mo28. Februar 2015
  • Hallo!

    Ich habe die Schritte zur Einrichtung der VM befolgt und das letzte Debian image geladen.

    Jetzt möchte ich mit der Installation des Image beginnen, es erscheint jedoch beim Start der VM die Fehlermeldung:

    „Fur die virtuelle Maschine arm-ct konnte keine neue Sitzung eröffnet werden. VT-x is disabled in the BIOS. (VERR_VMX_MSR_VMXON_DISABLED).“

    Irgendeine Idee was ich falsch gemacht habe?

    Vielen Dank

    Stephan2. Juni 2015
  • @ Stephan

     

    gehe mal in dein Rechner-BIOS und aktiviere Virtualization 😉

    Sören13. April 2016

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