Debian auf QNAP

… oder „Build your perfekt NAS!“

Ob es wirklich das perfekte NAS ist wird sich erst noch im Alltag beweisen müssen, eigentlich dokumentiere ich hier nur die Installation von Debian und den nötigen Software-Pakete auf einem QNAP TS-112.

Im Prinzip ist auch nichts gegen die original Firmware von QNAP einzuwenden, sie haben sich da sehr große mühe gegeben – vielleicht aber etwas zuviel mühe, so dass das ganze etwas unübersichtlich ist – sollte man nichts vermissen, so sollte man auch bei der Firmware bleiben. Benötigt man jedoch viele IPKG/QPKG Pakete und hat dann doch nicht alle Wünsche erfüllt, ist Debian eine gute Alternative.

Diese Anleitung bezieht sich nur auf die QNAP TS-11x Serie. Hierzu zählenn die Modelle:

TS-110, TS-112, TS-119, TS-119P+ und TS-119P II

Eine englischsprachige Installationsanleitung für weiter Modelle findet sich unter http://www.cyrius.com/debian/. Dies gilt jedoch nur für Debian Installieren, die weiteren Teile sollten auch auf die anderen Modelle (bzw. auf alle Debian Installationen) angewendet werden können.

Inhalt

Debian Installieren

Diese Anleitung richtet sich an User die bereites Erfahrungen Linux gesammelt haben. Es werden Kenntnisse wie der Umgang mit dem Terminal, dem Editor Nano oder vi sowie mit apt-get vorausgesetzt.

Bei der Installation wird die gesamte Festplatte gelöscht, das heißt zuvor sollte ein Backup der Daten gemacht werden.

Im weiteren empfehle ich, das Einrichten einer serielle Konsole. Da das TS-11x über keinen Monitoranschluss verfügt, hat man beim Auftreten eines Fehlers während der Installation keine Möglichkeit diesen zu beheben.

Die nachfolgende Anleitung hat zu einer erfolgreichen Installation von Debian auf meinem QNAP TS-112 geführt.
Sie kann aber auch zur Zerstörung des NAS führen!
Das Flashen des NAND oder NOR Speichers des QNAPS führt zum Garantie Verlust und ich übernehme für eventuell auftretende Schäden keine Haftung!

Vorbereitung der Installation

Backup der Benutzerdaten

Wie bereits oben erwähnt, sollte zuallererst ein Backup der Daten vorgenommen werden. Dies kann entweder über das Netzwerk, bei mehreren Benutzerprofilen kann dies schwierig sein, da man in der Regel nicht auf die Daten der anderen Accounts zugreifen kann, oder auf eine USB-Platte, die direkt am QNAP angeschlossen wird, geschehen.

Bei Verwendung eine externen USB-Platte kann das wie folgt durchgeführt werden:

Je nach Umfang, kann dies einige Stunden dauern. Man sollte sich auch sicher sein, dass die Kapazität des externen Laufwerks ausreicht um alle Daten aufzunehmen.

Sind alle Daten gesichert, wird das QNAP runter fahren ( # poweroff), die Festplatte ausgebaut und die serielle Konsole angeschlossen. Bei mir hat das Flashen des Debian Installers nur mit ausgebauter Festplatte funktioniert (kann aber auch nur ein Einzelfall gewesen sein). Anschließend das QNAP wieder starten. Der zugriff kann nun über die serielle Konsole oder über SSH erfolgen, ich empfehle ab hier die serielle Konsole zu verwenden, da die Verbindung zum QNAP auch bei einem Reboot nicht getrennt wird und man so auch sieht, was das QNAP mach wenn noch kein SSH-Server gestartet wurde.

Seriell Konsole (unter OS X):

Unter Linux empfehle ich die Verwendung von Minicom und unter Windows TeraTerm.

SSH Terminal:

Was auch immer bevorzugt wird, es muss sich als „admin“ angemeldet werden.

Backup des QNAP Flash-Speichers

Der Flash-Speicher kann gesichert werden, muss aber nicht unbedingt, da es eine einfachere Möglichkeit gibt die Original QNAP-Frimware wieder herzustellen. Hier also nur der Vollständigkeit halber:

  • Die externe Festplatte ist noch angeschlossen oder wird wieder angeschlossen.
  • Verzeichnis wechseln  # cd /share/external/SDI
  • Und die folgenden Befehle eingeben

    Zwar modifiziert der Debian Installer nur die ersten beiden Flash-Partitionen, es kann aber nicht schaden alle zusichern.
  • Das Laufwerk kann nun entfernt werden.

Installation starten

Im nächsten Schritt werden die notwendigen Debian Dateien auf das QNAP geladen werden. Es wird hier erstmal Debian 6.0 in der stable Version, genauer squeeze, verwendet. Dazu in das Verzeichnis /tmp  wechseln, dieses befindet sich innerhalb der RAM-Disk, das Heißt wir benötigen zur Zeit keine Festplatte. Als nächstes die folgenden Befehle in die Konsole eingeben:

Nach dem alle vier Dateien geladen wurden, wird die QNAP Firmware durch die Debian Firmware ersetzt. Dies ist der Point of no return, wer sich nicht sicher ist kann noch aufhören. Ist man sich sicher, gibt man den folgenden Befehl in die Konsole ein:

Es dauert ungefähr fünf Minuten bis der Debian Installer in den Flash Speicher geschrieben wurde. In der Konsole sieht das dann wie folgt aus:

Das System mit dem Befehl # poweroff  heruntergefahren. Nicht # reboot  verwenden, es ist keine Festplatte angeschlossen und somit kann auch nichts Installiert werden. Ist das System heruntergefahren, sollte das QNAP von der Spannungsversorgung getrennt werden und die Festplatte wieder eingebaut werden. Ich empfehle das Gehäuse nicht zu schließen, da die Lüftersteuerung während der Installation nicht funktioniert. Der Lüfter dreht zwar, jedoch mit einer sehr geringen Drehzahl.

Debian Installieren

Das NAS wird nun neugestartet. Ist eine serielle Konsole angeschlossen, erhält man eine Bildschirmausgabe wie rechts dargestellt. Steht keine serielle Konsole zur Verfügung muss etwas gewartet werden, bis der Debian Installer den SSH-Server gestartet hat, die Status LED leuchtet dann grün und eine Anmeldung per SSH-Terminal an dem NAS ist nun möglich.

Der DHCP-Server weißt dem NAS eine neue IP-Adresse zu. In der seriellen Konsole wird diese angezeigt, man findet sie aber auch auf der Konfigurationsseite des DHCP-Servers. Üblicherweise wird dies vom Router des Heimnetzes übernommen.

War das QNAP zuvor mit einer statischen IP-Adresse konfiguriert, wird die Adresse beibehalten und es kann die alte Adresse zum verbinden verwendet werden.

Wird dem QNAP, warum ach immer, keine neue IP-Adresse vom DHCP-Server zugewiesen, so lautet die Fallback Adresse 192.168.1.100.

Ist die IP-Adresse nun bekannt, verbindet man sich per SSH mit dem NAS. Der Benutzername lautet „installer“ und das Kennwort ist „install„:

  • Nach erfolgreicher Verbindung und Anmeldung erscheint das Fenster rechts. Dort wählt man „Start installer„.
  • Im nächsten Schritt wird der Standort des NAS gewählt, in meinem fall ist dies „Deutschland„.
  • Den Mirror-Server für die Installation festlegen, z.B. „ftp.de.debian.org„.
  • Sitzt man hinter einem Proxy-Server muss dieser im nächsten Schritt angegeben werden. Ob dies der Fall ist, findet man in den Netzwerkeinstellungen des Computers heraus. Benötigt der Proxy Benutzernamen und Kennword ist an dieser Stelle mit Problemen zu rechnen und man sollte Kontakt mit den Administrator des Netzwerkes aufnehmen und für die Dauer der Installation eine Leitung ohne Proxy verwenden.
  • Der Installer lädt nun einige zusätzliche Komponenten.
  • Nun die Sprache und der Standort des NAS festgelegt.
  • Im Gegensatz zu QNAP bietet Debian wider ein „root“ Account, hierzu muss ein Kennword festgelegt und bestätigt werden.
  • Wurde der root Account erstellt, muss noch ein Benutzer-Account angelegt werden. Hierzu den vollständigen Namen, den Benutzernamen festlegen, ein Kennword eingeben und diese bestätigen. Im weiteren Verlauf muss dieser Account nochmals bearbeitet werden.
  • Partitionieren der Festplatte: Die Partitionierungsmethode ist mehr eine Philosophiefrage, da mein Ts-112 nur eine Platte besitzt ist der LVM (Logical Volume Manager) nicht unbedingt erforderlich. Auch das verschlüsseln ist für meinen Heimgebrauch nicht zwingend notwendig, daher habe ich „Geführt – vollständige Festplatte verwenden“ gewählt, und im Weiteren keine separaten Partitionen angelegt, sondern alle Daten auf eine Partition installiert. Es wird dann eine Boot-, eine Root- sowie eine Swap-Partition angelegt. Durch das bestätigen der Partitionierungsangaben werden diese auf die Festplatte geschrieben, das Dateisystem angelegt und anschließend das Grundsystem installiert.
  • Ist das Grundsystem installiert, kann die weitere Softwareauswahl getroffen werden. Hier auf jeden Fall die Option „SSH-Server“ auswählen, da ansonsten nur über die serielle Konsole auf das System zugegriffen werden kann und auch die Standard-Systemwerkzeuge wählen. Alle Anderen Optionen wähle ich nicht an, da ich sie, zumindest einige davon, im späteren Verlauf selbst mit gezielten Optionen installieren möchte.
  • Nun werden die gewählten Komponenten installiert, dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen.
  • Ist die Installation abgeschlossen, kann das NAS neu gestartet werden.
  • Nach erfolgreichen Neustart, zeigt die serielle Konsole das Bild rechts an. Ist die serielle Konsole nicht verfügbar muss per SSH zugegriffen werden.
  • Als erstes als „root“ anmelden, und das System wieder ausschalten.

    Ist das NAS runtergefahren kann das Gehäuse wieder geschlossen werden.
  • Wurde dies getan, das NAS wieder ein schalten, warten bis es hochgefahren ist und sich wieder als „root“ anmelden.
  • Jetzt ist es sehr wichtig die vollenden Befehle abzusetzen:

    Dies ist notwendig, da die Lüftersteuerung noch nicht implementiert ist, die Implementierung wird unter qcontrol erläutert.
  • Damit das NAS auch auf dem neusten stand sind, führen wir noch ein Update und Upgrade durch.
  • Das Grundsystem des NAS ist nun installiert.

Backports Quelle hinzufügen

Debian gibt in der „stable“ Version nur Packte aus, die in der „testing“ Phase keine Probleme verursacht haben. Dies hat zur Folge, dass nicht immer die aktuellsten Versionen zur Verfügung stehen. In der Regel ist dies auch nicht immer notwendig, benötigt man dennoch ein neuere Version bietet „Backports“ eine gute Möglichkeit dieses zu finden.

Backports sind Pakets aus dem „testing“ und „unstable“ Baum, die so kompiliert sind, das sie die „stable“ Bibliotheken einbinden. Um auf diese Pakete zugreifen zu können, wird eine neue Source List erzeugt:

und am Ende der Datei folgendes hinzufügen:

Danach die Paketliste aktualisieren:

Es wird weiterhin immer das Packet aus squeeze main installiert. Soll ein Paket aus Backport installiert werden, muss es extra angegeben werden:

qcontrol

Bei einem QNAP TS-11x handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Computer mit standardisierten Komponenten und Prozessoren, wie x86 oder adm64, sie verwenden einen Mikrokontrollor auf ARM Architektur-Basis. Demzufolge gibt es auch keinen Standard Chipsatz der sich um alle Peripheriegeräte kümmert, dies kann aber durch die Software qcontrol übernommen werden. Doch obwohl alle wesentlichen Funktionen implementiert sind, ist es noch nicht soweit konfiguriert, dass dies auch automatisch geschieht.

In der derzeitigen Version wird zwar beim  Systemstart das Init-Script qcontrol aufgerufen, dieses bedient jedoch nur die Status LED und lässt den Buzzer kurz piepsen. Danach wird der service wieder geschlossen. Daher müssen noch einige eingriffe vorgenommen werden. Sollte es einen einfacheren Weg geben, den ich nicht gefunden habe, bin ich dankbar wen mir jemand diesen aufzeigt.

Um qcontrol von der Konsole aus zu starten muss es erstmal als pseudo Daemon ausgeführt werden, # qcontrol -d .
Danach können die einzelnen Geräte angesprochen werden. Dies geschieht dann mit  # qcontrol [command] [args...]
Die Kommandos sind dann:

  • statusled – ändern der Status LED
    Werte: off | greenon | redon | green1hz | red1hz | greenred1hz | green2hz | red2hz | greenred2hz
  • powerled – ändern der Power LED
    Werte: off | on | 1hz | 2hz
  • buzzer – Buzzer-Ton ausgeben
    Werte: short | long
  • fanspeed  – Lüfterdrehzahl steuern
    Werte: stop | silence | low | medium | high | full
  • usbled  – ändern der USB LED
    Werte: off | on | 8hz
  • autopower – Control the automatic power mechanism (Ich habe noch nicht herausgefunden was das sein soll!?)
    Werte: on | off

Beim ausführen von qcontrol mit dem Parameter -d , wird unter /var/run  die Datei qcontrol.sock angelegt. Schließt man qcontrol mittels # kill [PID]  oder  # killall qcontrol  wird die Datei nicht gelöscht, und verhindert ein erneutes starten. Sie muss also immer mit # rm /var/run/qcontrol.sock  gelöschte werden. Erst dann lässt sich qcontrol wieder ausführen.

Die Konfigurationsdate von qcontrol befindet sich unter /etc/qcontrol.conf . Hierbei handelt es sich um ein Lua Script, diese ermöglicht die bereits implementierten Funktionen etwas zu erweitern.

Die Lüftersteuerung

Da die Lüftersteuerung noch nicht implementiert ist, es aber auch nicht die Lösung sein kann solange, aus Sicherheitsgründen den Lüfter mit „medium“ oder „high“ zu betreiben, habe ich die Datei „qcontrol.conf“ entsprechend angepasst. Startet man nämlich  # qcontrol -d , so wird in einem bestimmten Intervall die aktuelle Systemtemperatur ausgegeben, was eigentlich eher stört. Die Ausgabe der Temperatur wird durch die folgende Funktion in „qcontrol.conf“ realisiert:

Da diese Funktion in regelmäßigen abständen (ca. 2 Sekunden) aufgerufen wird, kann sie also auch als Steuerungsfunktion für den Lüfter verwendet werden. Legt man die normale Betriebstemperatur des NAS auf 40°C fest, also den Setpoint, und definiert weiter, dass die maximal zulässige Temperatur 60°C betragen darf, erhält man einen einfachen P-Regler mit der Verstärkung von 5. Leider ist die Angabe der Drehzahl des Lüfters nicht numerisch, sondern nur als vordefinierte Konstanten möglich, deren Linearität nicht bekannt ist. Die Beziehung der Leistung des Lüfters zu dem Stellgrad kann daher nur empirisch ermitteln werden. Es ergibt sich hieraus ein Polynom 2. Ortung das wie folgt lautet:

P = -0,006 · T2 + 0,85 · T -22,7

Somit komme ich auf die im Folgenden dargestellte Funktion zur Lüftersteuerung die die Temperatur in etwa zwischen 40 bis 43°C hält:

Neben der reinen Lüftersteuerung, werden auch die Temperaturen über den Tag protokoliert. Um die Änderungen zu übernehmen muss qcontrol neugestartet werden:

qcontrol beim Systemstart starten

Es existiert bereits ein Init-Script und Service, welcher beim Systemstart aufgerufen wird in /etc/init.d/qcontrol . Der Service ist jedoch, wie bereits erwähnt, nur dazu da, die Status und Power LED zusetzen und den Buzzer kurz Piepsen zu lassen. Wurde dies ausgeführt beendet das Script qcontrol wieder. Warum dies so ist und warum keine Funktion für die Lüftersteuerung implementiert ist, kann ich nicht nachvollziehen. Um qcontrol dauerhaft laufen zu lassen, muss das Init-Script verändert werden. Zuvor sollte aber eine Sicherheitskopie gemacht werden.

Anschließend das original Script öffnen:

und die Zeile 84, 85 und 86 entfernen oder auskommentieren (bei einem QNAP TS-4xx die Zeilen 99, 100 und 101):

Nach der Änderung wird qcontrol nun bei jedem Start geladen. Aus der Konsole kann man es wie folgt starten:

Und stoppen mit:

Das gesamte und modifizierte Script ist hier noch mal aufgeführt:

Nach der Installation

Einige Standard Verzeichnisse erstellen

Anders als bei der Original QNAP Firmware, wo die Verzeichnisse unter /share/XXX_Data/  abgelegt waren, möchte ich alle Verzeichnisse in /home/  ablegen. Es ist natürlich auch möglich ein Share-Verzeichnis auf der unteren Ebene zu erstellen, jedoch möchte ich so nahe an der Linux/Debian Philosophie bleiben wie möglich.

Verzeichnis für den öffentlichen Zugang

Soll das NAS ein öffentliches Verzeichnis besitzen, kann es wie folgt angelegt werden:

Verzeichniss niemanden zuordnen:

Zugriffsrechte des Verzeichnisses so einstellen, dass jeder lesen und schreiben kann, aber niemand innerhalb des Verzeichnisses etwas ausführen darf.

Verzeichnis für Multimedia

Das Verzeichnis Multimedia beinhaltet Videos, Musik und Hörbücher, die innerhalb des lokalen Netzwerkes allen registrierten Benutzern zur Verfügung stehen sollen. Zuerst wird die Gruppe „multimedia“ erzeugt (wird diese nicht erzeugt hat der System-User keine Gruppenzugehörigkeit)

Anschließend erstellt man einen System-User mit dem Namen „multimedia“:

Nun noch die Verzeichnisstruktur erstellen:

Verzeichnis für Timemachine

Soll das NAS auch als Backup-Medium für Time Machine dienen, werden diese in dem Verzeichnis /home/Timemachine  gespeichert werden.

User Gruppen zuordnen

Damit die Benutzer beim anlegen automatisch in die oben erstellten Gruppen aufgenommen werden, muss die Datei „adduser.conf“ noch entsprechend ergänzt werden:

Der bei Installation erstellte User ist jedoch noch nicht Mitglied in den eben erstellten Gruppen. Da es aber wahrscheinlich hierbei um unseren eigenen Account handelt, fügen wir ihn wie folgt hinzu:

System Dienste

Die Uhr

Es ist immer gut zu wissen wie spät es ist, daher die Systemzeit mittels NTP ermittelt:

Weitere Tools

Unzip

Nicht alles ist in „tar“ manchmal wird auch noch in „zip“ gepackt, daher muss man noch „unzip“ installieren:

ImageMagick

ImageMagick ist eine Softwaresuite zum Erstellen, Verändern und Zusammenstellen von Bitmap-Bildern. Es wird im späteren Verlauf für Twonky Server empfohlen.

DOS Dateisystemen Tools (optional)

Dieses Paket enthält die Hilfsprogramme mkdosfs und dosfsck, die MS-DOS-FAT-Dateisysteme auf Festplatten oder Disketten unter Linux anlegen und überprüfen. Eventuell ganz hilfreich bei der Verwendung von USB-Sticks.

Datei-Server und Zubehör

Avahi

Zu erst sollte der Avahi Daemon installiert werden, zwar hat dieser erstmal nicht direkt etwas mit den Dateiservern zu tun, jedoch publiziert dieser die angebotenen Dienste im Netzwerk. Avahi ist die Linux Implementierung des Apple Netzwerk Protokolls Bonjour, es wird benötigt um die auf dem NAS laufenden Dienste im Netzwerk an Apple Rechner zu melden.

Die konfiguration der einzelnen Dienste wird im späteren bei jedem möglichen Dienst erläutert.

Samba Server

Samba implementiert das SMB/CIFS-Protokoll unter Unix, so dass Dateien und Drucker mit Microsoft Windows, OS X und anderen Unix-Systemen geteilt werden können.


Die Konfiguration des Servers wird in der Datei „/etc/samba/smb.conf“ vorgenommen.

Die Konfiguration des Samba-Servers folgt noch.

Zur Vereinfachung der Konfiguration, existiert ein Web-Frontend namens SWAT. Dieses kann wie folgt installiert werden (optional):

Netatalk 2.1

Netatalk ist eine frei verfügbare Open-Source-AFP-Fileserver. Das NAS ist somit in der Lage, mehren Macintosh-Clients gleichzeitig den AppleShare-Dateiserver (AFP) anzubieten.

Nach der Installation ist es noch nicht lauffähig und wird auch noch nicht im Finder angezeigt.

  1. Die Konfigurationsdatei afpd.conf mit einem beliebigen Editor öffnen:

    und an das Ende der Datei scrollen. Dort, unter die letzte Zeile den folgenden Eintrag hinzufügen:
  2. Die Datei AppleVolumes.default öffnen

    An das Ende der Datei gehen. Jetzt kommen die im vorherigen Teil angelegten Verzeichnisse und Benutzer ins Spiel, den Inhalt zwischen den Zeilen „# By defaults …“ und „#End of File“ durch den folgenden ersetzen:

Avahi für Netatalk

Nach der Installation die Datei „afpd.service“ erstellen:

und den folgenden Inhalt einfügen und speichern:

Zum Abschluss müssen beide Dienste neu gestartet werden

Web-Server und Zubehör

Apache 2

Als Web-Server kommt Apache in der Version 2 zum Einsatz. Man könnte auch XAMPP verwenden, dort währe alles schon konfiguriert, aber genau das soll ja nicht sein.

Falls in einem Mehrbenutzer System, Personen Schreibrechte für das Web-Server-Verzeichnis haben sollen, sollte dafür eine Gruppe angelegt werden. Dies ist in dem Beispiel die Gruppe www. Dieser Name kann aber frei vergeben werden. Dieser Gruppe Schreibrechte auf den /var/www/ Ordner gegeben werden und die Nutzer hinzufügt werden.

Der oder die gewünschten Benutzer müssen noch der Gruppe Hinzugefügt werden. Dies wird mit den folgenden Befehl durchgeführt:

Soll das Verzeichnis auch im Finder auftauchen muss in der Datei /etc/netatalk/AppleVolumes.default , vor # End of File  noch folgendes eingefügt werden:

SSL für Apache 2

Im folgendne wird die Aktivierung der SSL-Verschlüsselung für den Apache2-Webserver konfiguriert. Dadurch ist es möglich, Webseiten vom eigenen Webserver verschlüsselt über das Internet zu öffnen. Dabei wird ein selbst erstelltes SSL-Zertifikat genutzt. Soll der Webserver in einem öffentlichen Rahmen laufen, so sollte man sich um ein korrektes Zertifikat bemühen.

Das Zertifikat wird wie folgt erzeugt:

Den Wert nach -days  nach Belieben anpassen, je nachdem wie lange das Zertifikat gelten soll.

Anschließend aktiviert man das SSL-Modul des Webservers mit:

Nun wird der VirtualHost für SSL eingerichtet. Für die Konfiguration wird die Datei /etc/apache2/sites-available/ssl mit folgendem Inhalt erstellt, als Basis sollte hier die Datei default-ssl dienen.

Die neue VirtualHost-Konfiguration muss noch aktiviert werden:

Damit Am Ende muss der Apache Server neu gestartet werden:

Apache mod_rewrite

„mod_rewrite“ ist ein Apache-Modul, um URLs zu manipulieren. Mit der RewriteEngine des Apache-Webservers ist es möglich, die angeforderte URL anhand von Regeln „umzuschreiben“ (en: to rewrite). Basierend auf einem Parser für Reguläre Ausdrücke kann die angeforderte URL manipuliert werden. Diese Modul wird für das später folgenden Web-Interface benötigt.

Modul wird wie folgt aktiviert und anschließen der Apache Server neu gestartet:

Media Server

Damit der das NAS auch Musik wiedergeben kann ist ein entsprechender Media-Server nötig.

TwonkyServer 7

TwonkyServer ist ein Digital Living Network Alliance (DLNA) fähiger UPnP-AV-Server, der sowohl Musik als auch Filme Streamen kann. Das Heißt Geräte, die das DLNA-Protokoll unterstützen, wie PlayStaion, smartTVs und gewöhnliche PCs, können von diesem Server Versorgt werden. Mittlerweile auch alle Apple Geräte (Apple TV nur durch JailBreake, bzw. über iPhone/iPad).

Für die Installation gibt es kein Debian Packet, es muss wie folgt durchgeführt werden:

Der Twonky kann nun erst einmal gestartet werden:

Anschließend in einem Browser die Twonky Konfigurationsseite http://[MY_NAS]:9000 aufrufen:

Danach noch einige Einstellungen vornehmen:

Nun die Freigaben aus dem Verzeichnis „/home/Multimedia“ eingeben:

Damit Twonky auch beim Systemstart geladen wird muss nich ein Init-Script erstellt werden. Eigentlich konnte man das script twonky.sh in das Verzeichnis „/etc/init.d/“ verlinken. Das währe jedoch nicht ganz konform mit den Debian Regeln. Daher erstellen wir ein Script, welches das twonky.sh Script aufruft:

In die Datei dann den folgenden Inhalt einfügen:

Nun muss die Datei noch ausführbar gemacht und als Service registriert werden:

Wer die 15€ für Twonky Media Server nicht ausgeben möchte, findet mit MediaTomb eine kostenlose Alternative.

Ich bevorzuge Twonky, da er einfacher zu konfigurieren und auch leistungsfähiger ist. Was aber nur meine Meinung wieder spiegelt.

Forked-DAAPD

Forked-DAAPD ist ein  iTunes kompatiblere Media Server, ursprünglich als Weiterentwicklung des Firefly Media Server (auch als mt-daapd) beabsichtigt.

Er unterstützt eine Vielzahl von Audio Formaten und kann Videos zu iTunes, FrontRow und anderen kompatiblen Playern streamen. Er unterstützt Apples Remote iPhone, iPad und iPod Application um Musik über AirTunes an Apple TV und AirPort Express zu streamen. Hierfür ist jedoch die Version 0.19 oder höher notwendig, daher kommt hier nicht die normale squeeze Version sondern die Backport Version zum Einstz.

Damit Forked-DAAPD auch auf die Dateien im Verzeichnis /home/Multimedia  zugreifen kann muss der User „daapd“, der bei der Installation angelegt wurde noch in die Gruppe multimedia aufgenommen werden:

Da die Konfigurationsdatei nun noch einige falsche Parameter beinhalte muss diese jetzt noch geöffnet und bearbeitet werden:

Im Abschnitt library , in der Zeile 20, kann der Name gesetzt werden, dieser wird über „avahi“ im Netzwerk verbreitet. Der Platzhalter %h steht hierbei für den Namen des NAS:

In Zeile 27 wird der Ort der Musik Bibliothek angegeben, dieser muss auf „/home/Multimedia“ geändert werden:

Abschließend muss Forked-DAAPD neu gestartet werden:

Sollten keine Dateien in iTunes angezeigt werden, müssen ggf. nochmals die User und die Rechte für das Verzeichnis „/home/Multimedia“ neu zugeteilt werden

Sollte noch immer keine Dateien da sein, kann das Verzeichnis, in einem privaten lokalen Netzwerk auch vollständig freigegeben werden:

Remote App für iPad und iPhone aktivieren

Hat man ein iPhone oder iPad bzw. beides und nennt noch ein Apple TV sein eigenes, kann man endlich Musik streamen, ohne das der Mac läuft. Aus dem AppStore die Remote App von Apple laden und installieren.

Die Remote App öffnen und auf das Zahnrad oben rechts drücken:

In dem nun erschienenen Dialog auf Mediathek hinzufügen drücken:

Es erscheint ein Fenster mit einem Vierstelligen Code:

Nun muss eine Datei im Hauptverzeichnis der Mediathek erstellt werden, in die der Code eingegeben wird. Hierzu muss man den Namen seines iPhones/iPad kennen. Groß-Kleinschreibung wird dabei beachtet. Angenommen das iPhone heißt „Joshuas iPhone“ dann wird die Datei wie folgt erstellt:

Und in die Datei, noch einmal den Namen gefolgt von dem Code:

Bei erfolg, erscheint dann die Mediathek des Qnaps:

Web Frontend

Hier hänge ich noch! Jemand eine Empfehlung?

Troubleshooting

QNAP Firmware wiederherstellen

Die wieder Herstellung der originalen firmware wird unter „http://wiki.qnap.com/wiki/Firmware_Recovery#Applied_QNAP_NAS_models“ ausführlich beschrieben.

Die serielle Konsole

Folgt noch…

Comments

  • Großartiges Tutorial 🙂

     

    Leider funktioniert der qcontrol-teil nicht zu 100% bei mir (qcontrol fanspeed silence/medium/stop wird einfach ignoriert, anscheinend anderer Pin :/ ).

     

    Aber der Rest hat funktioniert 🙂

    Michael12. Februar 2013
  • Hallo

    welche Samba-Version ist da enthalten? Ich suche nach einer Möglichkeit Qnap mit Samba 4 zu versorgen.

     

    Grüße Chrustian Küppers

    Christian Küppers11. Mai 2013
  • Hallo Christian,

    also die von mir beschriebene Version basierte aus squeeze und beinhaltet Samba 3.5.6, mit den backports Quellen kommst du auch 3.6.6.
    Aber auch alles neueren beinhalten noch kein 4er Samba.

    • wheezy Samba 3.6.6
    • jessie Samba 3.6.6
    • sid Samba 3.6.15

    Allerdings liegt Debian nicht im Flash, wie es bei der QNAP Firmware der Fall ist, sondern auf der HD. So dass du dir Samba in der 4er Version selbst bauen kannst.

    Nur so interessehalber, worin liegt der Vorteil in Samba 4?

    Gruß

    Knut11. Mai 2013
  • Hallo Knut,

    danke für die Anleitung. Das hat mir den Umstieg auf debian erleichtert. Die Lüftersteuerung funktioniert bei mir so weit ganz gut, aber an und an sind bei den Temperaturen ziemliche Ausreißer dabei: z.B. 41,42,62,41. Hast du das auch schon beobachtet?

    Was Twonky angeht, so kann man auch das QPKG von Qnap runterladen und installieren. Das sollte rechtlich auf den NAS wohl in Ordnung sein, und man spart sich die Lizenzkosten.

    Grüße,

    Volker

    Volker16. Mai 2013
  • Hallo nochmal,

    ich kenne mich zwar mit Lua nicht so aus, aber kann es sein, daß du vergessen hast PreviousAlert im Normalfall zurückzusetzen? Heute morgen war mein Nas aus und ich nehme mal an, dass dein Skript es wohl runtergefahren hat, da man sonst nichts in den Logs sieht. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass er das logfile neu geschrieben hat, obwohl er erst heute morgen gegen 6 den shutdown gemacht hat. Ich konnte also die Temperaturen von davor nicht mehr im log finden…

    Grüße

    Volker17. Mai 2013
  • Hallo Volker,
    ich habe im Moment kein Debian drauf laufen.

    Ich hatte mir beim rumbasteln das System zerschossen und habe dann erst einmal wieder auf die Firmware von QNAP installiert.
    Der Plan war eigentlich alles erst mal mit einem Raspberry PI zu testen und dann ein neuen Versuch zu unternehmen.
    Aber irgendwie fehlt mir die Zeit.

    Das mit Twonky ist allerdings eine gute Info.

    Gruß

    Knut21. Mai 2013
  • wie kann man Debian nochmal reinstallieren? wollte mein nas mal platt machen und frisches os drauf laden

    gruß leo

    Leo8. Juli 2013
  • achso und wie installiert man denn die qpkg packete im Debian?

    Leo8. Juli 2013
  • Ich glaube du musst erst noch einmal die QNAP Firmware installieren.

    Knut24. Juli 2013
  • „qpkg“ Pakete lassen sich unter Debian nicht oder nur sehr umständig installieren.
    Allerdings sollte auch alles als „deb“ Paket verfügbar sein.
    Dies lan mit „apt-get install [Packat name]“ installiert werden.

    Knut24. Juli 2013
  • Du kannst das Twonky QPKG mit vi öffnen. Der erste Teil ist ein bash script, was da gemacht wird kann man von Hand auf der Konsole machen um das QPKG zu entpacken. Es gibt dann zwar eine Fehlermeldung, die habe ich aber ignoriert und Twonky läuft auch danach problemlos. Man muss es wie in der mit eingepackten README Datei installieren.

    Volker4. August 2013
  • Die Lüftersteuerung funktioniert inzwischen automatisch, mit dem Paket qcontrol aus wheezy-backports.

    Johannes Ranke10. März 2014
  • Funktioniert das Ganze auf mit Samba 4?

    Sebastian18. Mai 2014
  • Soweit mir bekannt ist, gibt es Samba 4, unter Debian, generell nur aus den Backports.
    Für armel wheezy ist er rot markiert, daher währe ich für ein produktiv System vorsichtig.

    Knut18. Mai 2014

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